
Regensburg, 29. Juni 2026
Katholischer Pflegeverband fordert: Gesundheitsreformen nur gemeinsam mit den Pflegefachpersonen gestalten
Hans-Josef Börsch: „Die Zukunft der Gesundheitsversorgung darf nicht ohne die Pflegefachpersonen entschieden werden.“
Der Katholische Pflegeverband e. V. erkennt die erheblichen finanziellen Herausforderungen, vor denen das deutsche Gesundheits- und Pflegesystem steht. Eine alternde Gesellschaft, steigende Kosten und begrenzte finanzielle Ressourcen machen Reformen erforderlich. Aus Sicht des Verbandes darf die Antwort auf diese Herausforderungen jedoch nicht darin bestehen, ausgerechnet bei der pflegerischen Versorgung gravierende Einsparungen vorzunehmen.
„Wir wissen, dass unser Gesundheitswesen wirtschaftlich unter Druck steht. Die entscheidende Frage ist jedoch: Warum wird immer wieder dort gespart, wo Menschen rund um die Uhr versorgt werden? Wer bei der Pflege spart, spart nicht an Strukturen, sondern an der Versorgung von Menschen“, erklärt Hans-Josef Börsch, Bundesvorsitzender des Katholischen Pflegeverbandes.
Pflegefachpersonen tragen die Verantwortung für die professionelle pflegerische Versorgung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten, Hospizen sowie in der häuslichen Versorgung. Dennoch werden sie bei grundlegenden gesundheitspolitischen Entscheidungen häufig nicht gleichberechtigt beteiligt.
Der Katholische Pflegeverband fordert deshalb einen grundlegenden Perspektivwechsel.Pflegefachpersonen müssen als gleichberechtigte Partner aller Heilberufe anerkannt werden. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung kann nur gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie allen weiteren Gesundheitsberufen gestaltet werden. Gegeneinander ausgespielte Berufsgruppen lösen keine Probleme sie gefährden die Versorgung der Bevölkerung.
Deutscher Pflegerat startet Countdown zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und nimmt dabei die Reformpolitik insgesamt in den Fokus, Berlin (29. Juni 2026, Nr. 30/2026)
Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) startet einen Countdown bis zur geplanten Verabschiedung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Unter dem Titel „Pflege im freien Fall – Deutschland, welche Pflege willst Du?“ benennt der DPR zehn Tage lang zentrale Kritikpunkte der aktuellen Reformpolitik. Im Fokus stehen das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und das Pflegeneuordnungsgesetz.
Es geht um pflegebedürftige Menschen. Um pflegende An- und Zugehörige. Um beruflich Pflegende. Und um die Versorgung insgesamt. Der DPR zeigt die Folgen der geplanten Gesetzgebung. Und er zeigt Lösungen.
Die Warnung ist klar: Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das Pflegeneuordnungsgesetz, die Reform der Notfallversorgung und die geplanten Änderungen in der Primärversorgung dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Sie treffen dieselben Menschen, dieselben Einrichtungen und dieselbe knappe Personalbasis.
Wer Versorgung sichern will, muss alle Sektoren zusammendenken. Der Schlüssel ist die Profession Pflege. Die Stabilisierung von Finanzierung darf nicht auf Kosten von Versorgungssicherung gehen.
Tag 10: Pflegebedarf wird weggerechnet
Zum Auftakt des Countdowns kritisiert der DPR die geplante Anhebung der Schwellenwerte für Pflegegrade im Pflegeneuordnungsgesetz.
Countdown Button 10 Tage
Über den Deutschen Pflegerat
25 Verbände und Organisationen: Pflege, Hebammenwesen und Wissenschaft. Maßgebliche Organisation der Pflegeberufe auf Bundesebene. Vertretung der Interessen von 1,7 Millionen Beschäftigten. Ziel: Nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung. Wir sind Dabei!!!
Berlin (24. Juni 2026, Nr. 29/2026)
Pflegebudget zurück in die Fallpauschalen. PPR 2.0 abschaffen. Verbindliche Personalbemessung streichen. Pflegepersonaluntergrenzen aus den Qualitätsvorgaben entfernen. Tariftreue aussetzen. Gehälter deckeln. Diese Maßnahmen gefährden die Versorgung.
Die Regierungskoalition nimmt offenbar einen erheblichen Abbau von Pflegepersonal im Krankenhaus in Kauf. Ihre noch nicht bestätigten Pläne gehen weit über den aktuellen Entwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes hinaus. Das einseitige Papier „Entbürokratisierung und mehr Flexibilität bei der Pflege im Krankenhaus“ ist keine Reform, sondern eine Giftliste für das Pflegepersonal und die Versorgung.
Verbindliche Sicherungen sollen durch allgemeine Pflichten, später greifende Instrumente, Empfehlungen und Mindestkriterien ersetzt werden. Das Papier räumt selbst einen möglichen Abbau von Pflegepersonal ein, ohne zu erklären, wie dieser verhindert werden soll. Stattdessen soll das „Interesse an guter Pflege“ erhöht werden. Doch Interesse ersetzt kein Personal. Empfehlungen sichern keine Versorgung. Wer Verbindlichkeit streicht, schwächt die Versorgung.
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, erklärt: „Die Bundesregierung sagt, das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verlange niemandem etwas Unzumutbares ab. Unzumutbar ist jedoch eine Krankenhausversorgung, die wegen fehlenden Personals nicht mehr sicher ist. Was nutzen stabile Beiträge und eine nachhaltige Finanzierung, wenn niemand mehr da ist, der pflegt?“.
Mainz, 19. Juni 2026 –
Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz kritisiert die geplanten Einsparungen in der Kranken- und Pflegeversicherung und warnt vor den Folgen für Menschen mit Pflegebedarf, ihre Angehörigen und Pflegefachpersonen.
Mit Roten Karten protestierten die Vertreterinnen und Vertreter der Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz bei ihrer letzten Sitzung der laufenden Legislaturperiode gegen die aktuellen Reform- und Sparpläne der Bundesregierung.
Die Kammerversammlung wendet sich entschieden gegen die geplanten Einsparmaßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie gegen die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angekündigte Pflegereform. Kritisch bewertet die Pflegekammer zudem den Zeitpunkt der Debatte. Aus Sicht der Kammer besteht die Gefahr, dass die notwendige öffentliche Diskussion über die weitreichenden Veränderungen im Gesundheits- und Pflegesystem im Schatten der Fußball-Weltmeisterschaft nicht die Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient.
„Die Politik spart an der falschen Stelle. Die geplanten Maßnahmen gehen an der Realität der Pflege vorbei und gefährden die Versorgung der Menschen in Rheinland-Pfalz“, so die Landespflegekammer. Der Staat ziehe sich zunehmend aus seiner Verantwortung zurück, weil finanzielle Mittel offenbar an anderer Stelle benötigt würden.
Die Juni-Ausgabe der „PflegePositionen“ des Deutschen Pflegerats ist erschienen. Die Themen der aktuellen Ausgabe sind:
Editorial. Pflege nicht ins Abseits stellen (von Christine Vogler, Präsidentin des DPR)
Im Fokus. Pflege braucht eigene Strukturen (von Jana Luntz, Vize-Präsidentin des DPR)
Beitragssatzstabilisierung darf nicht zur Destabilisierung der Versorgung führen. Gesetzentwurf (DPR)
News. Mehr Pflegekompetenz in der Primärversorgung (DPR) | BAPID II: Rollenprofile und Berufsbilder überarbeitet (DPR) | Personalbemessung regeln (DPR)
Aus den Verbänden. Welt-Hebammentag 2026 (DHV)
Gestärkte Pflege schützt Leben und Zusammenhalt. Internationaler Tag der Pflegenden (DPR)
Hier können Sie den kompletten Newsletter Juni 2026 downloaden
Jetzt buchen: Der Frühbucherrabatt für den Deutschen Pflegetag 2026 läuft am 30. Juni aus, bis dahin gibt es Tickets noch zum vergünstigten Preis.
Der Pflegetag findet am 12. und 13. November im hub27 auf der Messe Berlin statt.
Es ist die zentrale Veranstaltung für die Pflegeberufe in Deutschland, die alljährlich große mediale und politische Aufmerksamkeit findet.
Der Fokus liegt auf dem Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren aus der Akut- und Langzeitpflege sowie der Stärkung interprofessioneller Kompetenzen.
Neben dem regulären Ticket gibt es für Junge Pflegende ein vergünstigtes Nachwuchsticket. Damit könnt ihr beide Kongresstage und den Junge Pflege Kongress teilnehmen.
Hier finden Sie weitere Informationen zu allen Aktionen rund um den Pflegetag: Der Kongress für Pflege in Deutschland - Deutscher Pflegetag
Posteraktion #Pflege.Wirkt:
Einladung zur Teilnahme
Über 100 Poster wurden im vergangenen Jahr zum Deutschen Pflegetag eingereicht. Das war ein beeindruckendes Ergebnis. Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Posteraktion. Noch bis zum 1. Juli 2026 können Ideen eingereicht werden.
Unter dem Motto #Pflege.Wirkt – Impulse der Profession zum Wandel in der Gesundheitsversorgung lädt der Deutsche Pflegerat Auszubildende, Pflegefachpersonen, Studierende sowie Akteur:innen aus Praxis, Bildung, Wissenschaft und Management ein, ihre Erfahrungen, Projekte und Ideen einzubringen.
Gesucht werden praxisnahe, wissenschaftliche und innovative Beiträge, die zeigen, wie vielfältig professionelle Pflege wirkt. Auch kleinere Projekte und konkrete Impulse aus der Praxis sind herzlich willkommen.
Pressemeldung, Deutscher Pflegerat e.V. (DPR) Berlin, 03. Juni 2026 Nr. 27/2026
Der Deutsche Pflegerat (DPR) warnt vor einer Abkehr von bedarfsgerechter Pflege in der vollstationären Langzeitpflege. Anlass ist die Unterrichtung der Bundesregierung zum „Bericht über die Umsetzung und Weiterentwicklung des wissenschaftlich fundierten Personalbemessungsverfahrens in der vollstationären Langzeitpflege“.
Die Bundesregierung plant derzeit weder eine bundeseinheitliche Mindestpersonalausstattung noch eine Erhöhung der Personalanhaltswerte. Der DPR hält dies für falsch: Der Bericht des GKV-Spitzenverbandes zeigt Umsetzungsprobleme. Die Bundesregierung macht daraus eine politische Bremse für die Personalbemessung. Faktisch wirkt das wie ein Umsetzungsstopp. Damit droht der tatsächliche Pflegebedarf pflegebedürftiger Menschen hinter Arbeitsmarkt, Finanzierungsdruck und kurzfristiger Umsetzbarkeit zurückzutreten.
Mangel darf nicht zum Maßstab werden
„Pflegebedarf verschwindet nicht, weil Personal fehlt. Wer den Mangel zum Maßstab macht, erklärt ihn zur Normalität. Der Staat darf seinen Versorgungsauftrag nicht an den Mangel anpassen“, erklärt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Ein besonderer und bewegender Höhepunkt des 3. Pflegerischen Ethik-Kongresses in Speyer war die erstmalige Verleihung der Franz-Reinisch-Medaille der Franziskus-Stiftung für Pflege.
Mit dieser neuen Auszeichnung werden Menschen geehrt, die durch ihr Handeln Verantwortung, Menschlichkeit und außergewöhnliche Haltung sichtbar machen. Unterstützt wurde die Auszeichnung durch den Katholischen Pflegeverband e. V. sowie die Stiftung Humor hilft Heilen.
Die Laudatio hielt Hans-Josef Börsch, Vorsitzender des Katholischen Pflegeverbandes e. V.
Hier können Sie den kompletten Bericht downloaden
Hier können Sie das Handout zum Thema: "Grenzen setzen im Pflegealltag" Dozent: Rüdiger Bohn dowloaden
Hier können Sie das Fotoprotokoll zum Thema: "Die Bedeutung von Selbstfürsorge" Dozent: Markus Classen downloaden
Hier können Sie das Handout zum Thema: "Zu Diensten!? Pflege als Berufung" Dozent: Ulrich Dallmann downloaden
Hier können Sie das Handout zum Thema: "Dienen, funktionieren oder beides?" Dozent: Philipp Henßler downloaden
Hier können Sie das Handout zum Thema: "Das Dienen im Umgang mit Sterbenden" Dozentin: Claudia Stemmer downloaden
Information zur Organisation und Mitwirkende können Sie hier downloaden
Berlin (22. Mai 2026, Nr. 26/2026)
Zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 fordert der Deutsche Pflegerat (DPR), die Rechte von Menschen mit Pflegebedarf stärker zu sichern. Menschenwürde und Sozialstaat müssen auch dann gelten, wenn Menschen auf Pflege angewiesen sind.
Pflege ist nicht allein eine soziale Leistung, sondern Ausdruck staatlicher Schutz- und Gewährleistungsverantwortung gegenüber vulnerablen Bevölkerungsgruppen. Wer Pflege braucht, muss sich auf Schutz, Unterstützung und gute Versorgung verlassen können. Das darf nicht von Wohnort, Systemgrenzen, Bürokratie oder knappen Ressourcen abhängen. Entscheidend ist, dass der Sozialstaat Menschen mit Pflegebedarf im Alltag wirklich erreicht.
Pressemeldung, Berlin, 18.05.2026 (Nr. 25/2026)
Der Deutsche Pflegerat (DPR) fordert,
die Versorgungsperspektive in den Mittelpunkt zu stellen, die Profession Pflege als eigenverantwortliche Akteurin zu stärken und Versorgungsfolgen von Gesetzen zu prüfen.
Der DPR verlangt, dass bei allen aktuellen und zukünftigen Gesetzesvorhaben im Gesundheits- und Pflegebereich die Versorgungsperspektive konsequent berücksichtigt wird, mit einem klaren Fokus auf die Profession Pflege. Diese muss als eigenständige und eigenverantwortliche Akteurin der Versorgung anerkannt und ihre Kompetenzen im Alltag wirksam genutzt werden.
Die Profession Pflege darf nicht länger nur Empfängerin gesetzlicher Vorgaben, Nutzerin digitaler Systeme oder Ausführende fremder Entscheidungen sein. Pflegefachpersonen tragen täglich Verantwortung für Versorgung. Ihre Kompetenzen müssen rechtlich abgesichert, strukturell eingebunden und praktisch nutzbar gemacht werden. Zugleich braucht es eine klare Versorgungsfolgenabschätzung: Entscheidend ist, ob Gesetze die Versorgung der Menschen sichern und verbessern.
Versorgungsperspektive heißt: Pflegekompetenz nutzen
Der DPR sieht in den aktuellen Gesetzesvorhaben zur gesetzlichen Krankenversicherung, Sozialen Pflegeversicherung und Digitalisierung ein grundlegendes Problem: Versorgung wird zu oft aus der Perspektive von Finanzen, Technik, Verwaltung, Datenflüssen und ärztlich geprägten Strukturen geplant. Zu selten wird gefragt, was Regelungen für Patient:innen und pflegebedürftige Menschen in den verschiedenen Versorgungssettings, pflegende An- und Zugehörige sowie die Gesundheits- und Pflegeberufe konkret bedeuten. Der Heilberuf Pflege wird noch immer nicht selbstverständlich als eigenständige, versorgungsverantwortliche Profession behandelt. Dabei sichern Pflegefachpersonen die Versorgung nicht am Rand, sondern mittendrin: mit eigener Fachlichkeit, eigener Verantwortung und eigener Kompetenz.
„Bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Versorgung entsteht im Zusammenspiel. Das betrifft Pflegefachpersonen ebenso wie Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Hebammen, Apothekerinnen und Apotheker, Medizinische Fachangestellte, Rettungsdienst, Sozialdienste, Beratungsstrukturen und viele weitere Berufsgruppen. Genau dieses Zusammenspiel muss die Gesetzgebung endlich konsequent abbilden“, so Vogler.
Anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden würdigt der Katholische Pflegeverband e. V. (KPV) die tägliche Leistung professionell Pflegender in allen Bereichen des Gesundheitswesens.
„Pflege bedeutet Verantwortung, Menschlichkeit und hochprofessionelles Handeln. Pflegende sichern jeden Tag die Versorgung der Menschen – oft unter schwierigen Bedingungen. Gleichzeitig sind Werte wie Würde, Respekt und Verantwortung unverzichtbarer Bestandteil professioneller Pflege“,
erklärt Hans-Josef Börsch, Vorsitzender des KPV.
Der Verband fordert spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, eine verlässliche Personalbemessung in allen Sektoren, mehr Entwicklungsmöglichkeiten und eine stärkere politische Beteiligung der Pflege.
„Pflege braucht nicht nur Mitsprache, sondern echte Mitentscheidung. Professionell Pflegende wissen, wie gute pflegerische Versorgung funktioniert. Deshalb müssen sie verbindlich an gesundheitspolitischen Entscheidungen beteiligt werden zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger“, betont unser Vorsitzender Herr Börsch. Der KPV spricht sich zudem für mehr eigenständige Kompetenzen der Pflege sowie eine starke berufliche Selbstverwaltung aus. Dazu gehören auch klare rechtliche Rahmenbedingungen, eine eigenständige Abrechenbarkeit pflegerischer Leistungen und entsprechende haftungsrechtliche Regelungen.
Der Katholische Pflegeverband dankt allen Pflegenden für ihren täglichen Einsatz und setzt sich weiterhin entschlossen für eine starke, werteorientierte und zukunftsfähige Pflege ein.
Die Mai-Ausgabe der „PflegePositionen“ des Deutschen Pflegerats ist erschienen. Die Themen der aktuellen Ausgabe sind:
Editorial. Versorgung statt Sparreflex (von Christine Vogler, Präsidentin des DPR)
Im Fokus. Abstracts für Poster gefragt (von Pascale Hilberger-Kirlum, Vize-Präsidentin des DPR)
Pflegerische Diagnostik ist Grundlage eigenverantwortlicher Pflege. Positionspapier veröffentlicht (DPR)
Pflege stärken, Versorgung sichern. DPR fordert Strategie für Pflegeexzellenz (DPR)
Aus den Verbänden. Offener Brief Primärversorgung (DHV)
Mehr Auszubildende, mehr Personal. DPR sieht Fortschritt, mahnt aber zum Handeln (DPR)
Pressemeldung Berlin (30. April 2026, Nr. 23/2026)
Der Deutsche Pflegerat fordert die Länder dazu auf, deutschlandweit konsequent eigenständige Selbstverwaltungsstrukturen der Pflege zu schaffen, zu unterstützen und weiterzuentwickeln – in Form von Pflegekammern. Die Profession Pflege braucht verbindliche Mitentscheidungsrechte, um ihren Versorgungsauftrag im Gesundheitssystem wirksam wahrnehmen und ihre pflegefachliche Verantwortung einbringen zu können.
PRESSEMELDUNG Deutscher Pflegerat e.V. (DPR) Berlin (28. April 2026, Nr. 22/2026)
Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat ein Positionspapier zur Personalbemessung in der stationären Langzeitpflege veröffentlicht. Es bewertet das im Projekt „Entwicklung und Erprobung eines Konzepts zum qualifikations- und kompetenzorientierten Personaleinsatz gemäß § 8 Abs. 3b SGB XI“ erprobte Organisationsmodell und seine Umsetzung anhand des Abschlussberichts aus Sicht der Profession Pflege.
Der DPR sieht in der neuen Personalbemessung einen wichtigen Perspektivwechsel: weg von starren Fachkraftquoten hin zu einer Versorgung, die sich an Qualifikationen, Kompetenzen, dem Pflegeprozess und der Bezugspflege orientiert. Gleichzeitig warnt der DPR davor, diesen Ansatz grundsätzlich als tragfähige Lösung für den Regelbetrieb zu werten, solange die nötigen Voraussetzungen – etwa in der Arbeitsorganisation, Leitungsstruktur, Personalausstattung, digitalen Unterstützung und Bildungsstrukturen – fehlen.
„Das Ziel unseres Positionspapiers ist es, Orientierung zu geben, da wir uns in der entscheidenden Phase der Umsetzung befinden“, erklärt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Es geht darum, Pflegequalität und bedarfsgerechte Versorgung vor Ort zu stärken. Dafür müssen wir die Grundlagen schaffen, damit die neue Personalbemessung erfolgreich umgesetzt werden kann.“
Pressemeldung DPR e.V. 21.04.2026 Nr. 21/2026
Beitragssatzstabilisierung darf nicht zur Destabilisierung der Versorgung führen
Der Deutsche Pflegerat (DPR) warnt vor gravierenden Fehlsteuerungen der Pflege durch das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Der Entwurf zielt auf stabile Beiträge, könnte aber die Versorgung destabilisieren. Aus Sicht des DPR wird finanzpolitische Begrenzung zum Leitprinzip erhoben, ohne den tatsächlichen Personal- und Strukturbedarf für eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung, Patientensicherheit und langfristige Systemstabilität zu berücksichtigen.
„Dieser Referentenentwurf soll Beiträge stabilisieren. Tatsächlich droht er aber, Versorgung zu destabilisieren. Genau das ist sein Problem“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Ein Finanzindikator wird hier zum Versorgungsmaßstab gemacht. Das ist sachlich falsch und gesundheitspolitisch gefährlich.“
Der DPR kritisiert besonders die Grundlohnrate als Maßstab für Vergütungssteigerungen. Sie spiegelt weder den tatsächlichen Pflegebedarf noch den Arbeitsmarkt, den Personalmangel oder die Tarifentwicklung in der Pflege. Zudem soll sie in den Jahren 2027, 2028 und 2029 jeweils um einen Prozentpunkt gemindert werden, was die Fehlsteuerung verschärft.
Unsere Mitgliederversammlung des Katholischen Pflegeverbands findet am 21. Mai 2026 von 17:00 bis 18.30 Uhr neben der Präsenzveranstaltung zusätzlich digital statt.
Wenn Sie Interesse an einer digitalen Teilnahme haben, senden Sie bitte eine E-Mail an
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Der Deutsche Pflegerat (DPR) erkennt den finanzpolitischen Handlungsdruck in der gesetzlichen Krankenversicherung an. Der Auftrag an die FinanzKommission Gesundheit war klar fiskalisch ausgerichtet: kurzfristige und mittelfristige Stabilisierung der Beitragssätze.
Der DPR sieht darin jedoch eine zentrale Gefahr: Werden Reformen nur fiskalisch ausgerichtet, droht erneut, dass notwendige strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen ausbleiben.
„Der Bericht reagiert auf ein reales Finanzproblem, bleibt aber in einer Logik stehen, die wir seit Jahren kennen: Es wird kurzfristig auf Ausgaben geschaut, ohne die strukturellen Ursachen anzugehen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Das ist das Muster, das uns in die heutige Situation geführt hat.“
Über Jahrzehnte wurden strukturelle Reformen im Gesundheitswesen nicht konsequent umgesetzt – weder in Zeiten finanziellen Drucks noch in Zeiten größerer finanzieller Spielräume. Stattdessen hat sich eine Praxis etabliert: Kostenentwicklung wird kurzfristig adressiert, während grundlegende Versorgungsfragen unbeantwortet bleiben.
Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat ein Positionspapier zur pflegerischen Diagnostik im Kontext des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) veröffentlicht.
Das Gesetz sieht vor, dass entsprechend qualifizierte Pflegefachpersonen bestimmte, noch zu definierende "Leistungen der ärztlichen Behandlung im Rahmen der Leistungserbringung" nach "ärztlicher Diagnose und Indikationsstellung oder nach pflegerischer Diagnose durch die Pflegefachperson" erbringen dürfen.
Der DPR definiert pflegerische Diagnostik als "fachlicher Prozess, in dem Pflegefachpersonen Informationen erheben, pflegerische Bedarfe, Probleme, Risiken und Ressourcen ermitteln und fachlich beurteilen." Sie mache individuelle Pflegebedarfe sichtbar, strukturiere die fachliche Urteilsbildung und schaffe die Grundlage dafür, pflegerisches Handeln verantwortlich zu planen und durchzuführen.
Pflegerische Diagnose ist im Positionspapier als "ein Ergebnis der pflegerischen Diagnostik" beschrieben. "Sie beschreibt einen pflegerisch relevanten Zustand, ein Problem, ein Risiko, eine Ressource oder einen Unterstützungsbedarf, bildet aber nicht das gesamte pflegerische Leistungsspektrum ab."
Regensburg, 31. März 2026
Warnung vor Qualitätsverlusten:
Geplante Eingriffe in die Pflegefinanzierung gefährden die Versorgung der Bevölkerung
Der Katholische Pflegeverband Deutschland e. V. warnt eindringlich vor den möglichen Folgen der aktuell diskutierten Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit. Insbesondere die Überlegungen zur Begrenzung des Pflegebudgets sowie zur Rückführung der Pflegepersonalkosten in pauschalierende Finanzierungssysteme stellen aus Sicht des Verbandes ein erhebliches Risiko für die pflegerische Versorgung in Deutschland dar. Pflege ist ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Sie sichert nicht nur die kontinuierliche Betreuung von Patientinnen und Patienten, sondern ist entscheidend für Behandlungserfolge, Sicherheit und Würde im Krankheitsfall. Eine Finanzierung, die sich nicht am tatsächlichen Bedarf orientiert, führt zwangsläufig zu Einschränkungen in der Versorgung.
Qualitätsverlust und Verschlechterung der Versorgung absehbar
Die geplanten Maßnahmen würden unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungsqualität haben. Pflege kann nicht beliebig verdichtet werden, ohne dass die Qualität leidet. Eine pauschale Budgetbegrenzung würde daher unweigerlich zu einem spürbaren Qualitätsverlust führen. Die Folgen treffen alle besonders diejenigen, die auf eine pflegerische Versorgung angewiesen sind. Werden Ressourcen reduziert, verschlechtert sich ihre Versorgung unmittelbar – mit potenziell gravierenden gesundheitlichen Folgen. Gleichzeitig geraten auch die Pflegefachpersonen weiter unter Druck. Steigende Arbeitsverdichtung und fehlende Entlastung führen zu Überlastung, Frustration und einem erhöhten Risiko, den Beruf zu verlassen. Dies verschärft den bestehenden Fachkräftemangel zusätzlich.
Gefahr für die Weiterentwicklung der Pflege
Darüber hinaus sieht der Katholische Pflegeverband die Gefahr, dass zentrale Entwicklungen der Profession Pflege ausgebremst werden. Notwendige Fortschritte – etwa bei der Erweiterung pflegerischer Kompetenzen, der Übernahme neuer Verantwortungsbereiche oder dem gezielten Aufbau moderner Personalentwicklung – setzen verlässliche Rahmenbedingungen voraus. Diese würden durch die aktuellen Vorschläge erheblich geschwächt.
Der Erste Vorsitzende des Katholischen Pflegeverbandes, Hans-Josef Börsch, erklärt hierzu:
„Wenn Pflege finanziell begrenzt wird, wird am Ende die Versorgung der Menschen begrenzt. Wer heute an der Pflege spart, riskiert morgen eine schlechtere Versorgung, mehr Komplikationen und eine wachsende Belastung für Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende gleichermaßen. Pflege braucht Verlässlichkeit – keine Sparlogik.“
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