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19.04.2011

Fachkräftemangel

Stationärer und ambulanter Bereich bis zum Jahr 2030

Die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft wird neben offenen Finanzierungsfragen maßgeblich von der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte bestimmt. Medizinischtechnischer Fortschritt und demografischer Wandel führen zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten und eröffnen weitere Beschäftigungspotenziale. Im Jahr 2009 wurden in Deutschland für Gesundheit circa 263 Milliarden Euro ausgegeben, das sind 10,5% unseres Bruttoinlandsprodukts. Heute sind rund 4,6 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt (mehr als 11% aller Erwerbstätigen). Zwischen 2000 und 2010 hat die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, dem größten Bereich der Gesundheitswirtschaft, um etwa eine halbe Million zugenommen, ein Wachstum von 12,2%. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie prognostiziert sogar, dass im Jahr 2030 jeder fünfte Erwerbstätige in der Gesundheitswirtschaft arbeiten könnte.

Gesamtwirtschaftlich gesehen kommen dem Gesundheitswesen mehrere bedeutende Rollen zu: Als Kern der Gesundheitswirtschaft ist es die Basis einer soliden Grundversorgung mit dem Gut Gesundheit. Darüber hinaus ist es ein wenig konjunkturanfälliger Wachstums und Beschäftigungstreiber und damit ein Stabilisator der deutschen Wirtschaft. 

Kritiker halten dem entgegen, dass die stark zunehmende Nachfrage nach medizinischer Versorgung Ressourcen verschlingt, die in dem Umfang nicht vom Sozialstaat finanziert werden können. Der Wandel der Gesundheitswirtschaft vom Kostentreiber zum Wachstumsmotor kann unabhängig von Finanzierungsfragen nur dann mittel und langfristig weiteres Wachstum generieren, wenn dieser personalintensiven Branche auch in Zukunft genügend Personal bzw. hinreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen. 

In Anbetracht dieser Herausforderungen hat PricewaterhouseCoopers (PwC) als renommierter Dienstleister in der Beratung und Prüfung von Unternehmen der Gesundheitswirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Forschungsinstitut WifOR unter Leitung von Dr. Dennis Ostwald, das sich auf Arbeitsmarktforschung sowie insbesondere Fragen der Gesundheitswirtschaft spezialisiert hat, diese Studie erstellt. Ziel ist es, die Personalentwicklung in ambulanten und stationären Einrichtungen für ärztliches und nichtärztliches Personal des Gesundheitswesens zu berechnen, zu analysieren und auf Basis einer validen Datenbasis Handlungsempfehlungen abzuleiten. 

Eine gravierende Entwicklung nimmt der Fachkräftemangel, das zeigen unsere Ergebnisse deutlich, in den Jahren 2020 und 2030. In diesem Zeitraum kommt es zu einem dramatischen Anstieg des Personalmangels sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich, bei Ärzten und nichtärztlichen Fachkräften. Nur wenn wir bereits heute entschieden gegensteuern, können wir die gewohnt gute Versorgung mit dem Gut Gesundheit auch über das Jahr 2020 hinaus in Deutschland aufrechterhalten. Hierfür sind neue Denkansätze notwendig, alte Strukturen sind infrage zu stellen. Politik, Wirtschaft und die Akteure des Arbeitsmarktes sind gefordert und müssen nachhaltige Konzepte entwickeln. Diskussionen über die Erhöhung der Studienplätze für Medizin oder die Anwerbung von ausländischen Fachkräften gehen nicht weit genug. Letztendlich müssen die Prozesse im Gesundheitswesen optimiert, die Ineffizienzen eines staatlich geschaffenen Systems überwunden und neuen Technologien im Gesundheitswesen der Weg eröffnet werden. 

Wenn wir es nicht schaffen, die notwendigen Veränderungen schon jetzt in die Wege zu leiten, werden wir die Qualität unserer Versorgung zukünftig nicht mehr aufrechterhalten können. Es gilt, heute die Weichen zu stellen, um nachhaltige Lösungen für morgen zu finden. 

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