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28.10.2011

Stimmen von unseren Mitgliedern

Meine Reaktion auf den Kommentar „Klare Grenzen sind nötig“ in der „Ärzte Zeitung“ vom 3.10.2011 und auf Aussagen der beiden Vorstände der KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) Dr. Andreas Köhler und Dr. Carl-Heinz Müller vom 2.10.2011, ebenfalls in der „Ärzte Zeitung“:

Zu den bereits bekannten provozierenden Aussagen über die angebliche Unmöglichkeit, ärztliche Leistungen an Pflegende zu substituieren, werden nun auch Falschaussagen über akademisierte Pflegende in der täglich erscheinenden Zeitung für Ärzte lanciert. Laut Dr. Müller sucht die Pflege für 100.000 akademische Pflegekräfte adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten, Laschet erwähnt nur allgemein ein „Überangebot an akademisierten Pflegekräften“, die nach einer qualifizierten Tätigkeit im Krankenhaus suchen, und einen massiven Mangel an Pflegekräften. Die Probleme im Alltag ließen sich nicht damit lösen, „dass akademisierte Pfleger Doktor spielen dürfen“.  Wenn ich diese Aussagen höre, frage ich mich, ob ich in demselben Land lebe wie die beiden Herren. Bislang erlebe und höre ich immer nur von einem Mangel an Pflegekräften – bei diesen Worten kann ich mir noch vorstellen, dass wir im gleichen Land leben. Wo ist aber das „Überangebot an akademisierten Pflegekräften“? Meines Wissens gibt es in Deutschland im Jahr 2011 lediglich ein paar hundert akademisierte Pflegende, die zudem überwiegend im administrativen und pädagogischen Kontext tätig sind. Die Akademisierung von Pflegenden, die durch ihre klinische Fachkompetenz direkt in die Versorgung der Patientinnen und Patienten eingreifen, beginnt erst allmählich. In Bayern beenden beispielsweise die ersten Studenten des dualen Bachelorstudiengangs Pflege ihr Studium im Jahr 2013! Zu behaupten, dass akademisierte Pfleger „Doktor spielen“ wollten, zeugt von einem absoluten Unverständnis der Inhalte der Profession Pflege. Zudem drückt sich für mich mit dieser Wortwahl eine extreme Geringschätzung und Missachtung der Kolleginnen und Kollegen im gesundheitlichen Versorgungskontext aus. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat bereits in seinem Gutachten 2007 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Kooperation und Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gesundheitsberufe unabdingbare Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Versorgung von erkrankten Mitbürgerinnen und Mitbürgern ist. Wie soll diese Kooperation und Zusammenarbeit stattfinden, wenn von Seiten der ärztlichen Standesvertretung derartige Aussagen fallen?
Elisabeth Linseisen

Aus dem Kommentar spricht die nackte Angst vor Machtverlust und die Unfähigkeit zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.
H. Schweitzer

Seit Jahren übernehmen Pflegende ärztliche Leistungen, das ist gängige Praxis, die Verhandlung um die Stellen bildet dazu die notwendige Voraussetzung.                      
Gabriele Kösters

In der heutigen interdisziplinären Versorgung, an der unterschiedliche eigenständige Professionen beteiligt sind, geht es nicht darum, „Schmalspurdoktors“ zu werden. Das ist die völlig falsche Ebene. Da zeigt sich die Angst um den Machtverlust und das mühsame Ringen  um scheinbar begründetes Festhalten an Status etc. Das darf in Fachkreisen und der Öffentlichkeit nicht unbeantwortet hingenommen werden.
Bettina Mutz

Die Praxis hat die politische Diskussion doch schon längst überholt. Das klingt nach Angst und antiquiertem Festhalten an Macht, nach Blockade von volkswirtschaftlich sinnvollen Entwicklungen. Es scheint, man will die Pflege als Profession nicht wahrnehmen, um sie weiter im Status des medizinischen Erfüllungsgehilfen zu halten.
Inge Bunzel