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27.10.2011

Maßnahmenscore: PKMS – wie geht es weiter?

Im Rahmen der Etablierung des Pflegestellenförderprogramms wurde im Jahr 2010 auch erstmals ein Instrument zur Erfassung der kochkomplexen Pflege, der Pflegekomplexmaßnahmenscore (PKMS), eingeführt. Das Instrument wurde von einer Arbeitsgruppe im Auftrag des Deutschen Pflegerates entwickelt.

Auf der Basis von Pflegemaßnahmen und diesen zugeordneten Gründen erfolgt eine summenbasierte Einschätzung des individuellen Pflegebedarfs bei besonders pflegeaufwändigen Patienten. Täglich können somit bis zu 13 Aufwandspunkte berechnet werden. Patienten mit mindestens 6 Punkten pro Tag gelten als PPRA4-Fälle. Ab einem Schwellenwert von 43 Punkten während eines Krankenhausaufenthaltes wird eine OPS für hochaufwändige Pflege aktiviert. Damit ist formal die Voraussetzung für eine Berücksichtigung komplexer Pflege im DRGSystem gegeben. Für die Jahre 2009 bis 2011 wurde das Pflegestellenförderprogramm durch eine pauschale Finanzierung umgesetzt. Ab dem Jahr 2012 sollen die in Anspruch genommenen finanziellen Mittel dann in die Landesbasisfallwerte eingerechnet werden und u.a. anhand des PKMS verteilt werden. Neueste Auswertungen des INEK zeigen, dass sich die vorliegenden Daten, die in den Kalkulationskrankenhäusern erhoben wurden, zunächst nicht im DRG-System abbilden lassen, was vermutlich ab dem Jahr 2012 zur Einführung eines Zusatzentgeltes für die Patientengruppe der hochaufwändig zu Pflegenden führt. Dies ist auch einer der Gründe für eine erneute Veränderung des PKMS im Jahr 2012, auf die kurz eingegangen werden soll.

Neben den vorhandenen Bereichen werden die Bereiche „Kreislauf“ und „Wundmanagement“ zusätzlich für die Gruppe der Patienten mit Paraplegie aufgenommen, so dass dann für diese Patientengruppe täglich maximal 17 Punkte vergeben werden können. Daneben wurde die Anzahl der OPS-Codes für die hochaufwändige Pflege von 5 (max. 151) Punkte auf nunmehr 12 (max. 362) Punkte erhöht. Die logischen Fehler bezüglich einer minimalen Trinkmenge von 1500 ml bleiben modifiziert bestehen, indem die minimale Trinkmenge jetzt auf 1000 ml reduziert wurde. Hier stellt sich auch weiterhin die Frage: Was ist, wenn der Patient trotz höchstem Engagement der Pflegekräfte dann trotzdem diese Menge nicht trinkt? Auch darf ab dem nächsten Jahr die Versorgung von Patienten auf IMC-Einheiten berücksichtigt werden. Unklar bleibt jedoch die Begriffsdefinition IMCEinheit im Vergleich zu Überwachungsstationen. Daneben wurden viele redaktionelle Veränderungen wie beispielsweise die Nutzung des Toilettenstuhls zum Toilettengang berücksichtigt, so dass die jetzige Fassung insgesamt klarer erscheint. Weiterhin ungeklärt ist die Frage, ob das Instrument PKMS überhaupt das misst, was es messen soll. Insofern steht auch aus wissenschaftlicher Perspektive die Zukunft des Instruments weiter in Frage.

Dr. Markus Mai
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Trier