Katholischer Pflegeverband e.V.


Wir stärken Ihnen den Rücken

Katholischer Pflegeverband e.V.

Adolf-Schmetzer-Str. 2-4

93055 Regensburg

Germany

Telefon: 0941 6048 77-0

Telefax: 0941 6048 77-9

E-Mail: info@kathpflegeverband.de

Werden Sie Mitglied!

zum Anmeldeformular …

Fortbildungen 2018

zum Programm

zur Übersicht

 

www.kap-regensburg.de
Fachschule für Altenpflege Donaueschingen

28.10.2011

Risikofaktoren für die drohende Altersarmut

In diesem Sommer startet der „Regierungsdialog Rente“. Experten aus Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Wissenschaft und Sozialverbänden beraten bis zum Jahresende über Risikofaktoren für die drohende Altersarmut und mögliche Gegenmaßnahmen.

Diskutiert werden Pläne des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ab dem Jahr 2013 eine Aufstockung der Grundsicherung zur Vermeidung von Altersarmut für jene Rentner einzuführen, deren Altersbezüge trotz jahrzentelanger Erwerbstätigkeit die staatliche Grundsicherung nicht übersteigt. Die Höhe der so genannten Zuschussrente soll den Angaben des Ministeriums zufolge 850 € betragen.

Im Jahr 2013 wird die Anzahl der Personen, die einen Anspruch auf diesen Rentenzuschlag haben noch klein sein. Bis zum Jahr 2025 wird sich das Brutto-Rentenniveau (d.h. die Rente vor Steuern und Beiträgen zur Kranken – und Pflegeversicherung) eines Durchschnittsverdieners, der 45 Versicherungsjahre in der gesetzliche Rentenversicherung versichert war, voraussichtlich auf 45 % reduzieren. Das Ministerium rechnet demzufolge mit einem Anstieg auf ca. 1,1 Millionen betroffene Personen.

Die bisher bekannten Voraussetzungen für die „neue“ Zuschussrente sind hoch: Mindestens 40 Versicherungsjahre, davon 30 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung und eine über die gesamte Erwerbsphase eigenfinanzierte private oder betriebliche Altersvorsorge. In der Startphase 2013 muss der Anspruchsteller mindestens 5 Jahre lang betrieblich oder privat (Entgeltumwandlung/Riester-Rente) vorgesorgt haben.

Zurzeit werden die Eckpunkte der Neuregelung noch diskutiert. Fakt ist, dass aufgrund der ungünstigen Bevölkerungsstruktur die gesetzliche Rente – anders als bei den meisten heutigen Rentnern – künftig den Lebensstandard im Alter nicht mehr sichern wird. Auch die arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente allein wird die bestehenden Versorgungslücken häufig nicht schließen können. Die Chancen für eine eigene betriebliche Zusatzrente durch Entgeltumwandlung werden von den heutigen Arbeitnehmern noch zu wenig genutzt oder die eingezahlten Beiträge sind zu niedrig.

Wie funktioniert Entgeltumwandlung?

Seit 2002 besteht ein Rechtsanspruch aller Arbeitnehmer auf eine arbeitnehmerfinanzierte Betriebsrente durch Entgeltumwandlung. Im Rahmen einer Entgeltumwandlung können bis maximal 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung West (2011 = 2.640 € jährlich) als Beiträge steuer- und sozialabgabenfrei in eine Pensionskasse eingezahlt werden.

Zusätzlich können noch weitere 1.800 € steuerfrei zum Ausbau der betrieblichen Altersrente genutzt werden. Die vom Arbeitgeber finanzierten Beiträge zu einer Pflichtversicherung, z. B. zur Zusatzversorgungskasse, werden auf die Höchstgrenzen angerechnet.

Beispiel: Der Arbeitgeber finanziert eine betriebliche Altersversorgung für den Mitarbeiter. Er zahlt monatlich 120 € Beitrag an eine Pensionskasse. Der zurzeit steuerlich zulässige Höchstbetrag für eine Entgeltumwandlung liegt bei 2640 € jährlich, das sind monatlich umgerechnet 220 €. Der Mitarbeiter kann eine Aufstockung seiner betrieblichen Altersversorgung in Höhe von 100 € monatlich vornehmen.

Durch eine Vereinbarung legen Arbeitgeber und Arbeitnehmer fest, dass ein bestimmter Teil des Bruttogehaltes für die Altersvorsorge genutzt wird.

Der Arbeitgeber zahlt die Beiträge dann direkt aus dem Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers in einen Altersvorsorgevertrag eines Anbieters, z. B einer Pensionskasse, ein. Für den umgewandelten Beitrag fallen im Rahmen der staatlichen Höchstgrenzen keine Steuern und Sozialabgaben an.

In der Steuerkasse V liegt zum Beispiel die staatliche Förderung bei zurzeit ca. 60 % des umgewandelten Beitrags, in den Steuerklassen I und IV bei ca. 50 %.

Im Alter sind die aus der Entgeltumwandlung entstehenden Renten als sonstige Einkünfte steuerpflichtig. Rentner, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtig sind, zahlen bei Rentenbezug die vollen Beiträge der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Wegen der in der Rentenphase im Regelfall wesentlich geringeren Steuerbelastung ist die Entgeltumwandlung wegen der staatlichen Förderung in der Erwerbsphase in den meisten Fällen besonders günstig für die Versicherten.

Welche Leistungen erhalte ich bei einer Entgeltumwandlung?

Diese Frage kann nicht generell beantwortet werden, denn die Leistungen sind je nach Anbieter und Tarifen unterschiedlich. Grundsätzlich besteht kein Anspruch des Mitarbeiters auf die Auswahl eines konkreten Anbieters, wenn er freiwillig in eine Entgeltumwandlung einzahlen will. Die Entscheidung trifft letztlich der Arbeitgeber. Auskunft erteilt die zuständige Personalverwaltung im Einzelfall. Wichtiges Plus der freiwilligen Betriebsrente: Die Abwicklung erfolgt im Vergleich zu einer privaten Vorsorge sehr kostengünstig über die Personalabteilung. Tarifliche Zuschüsse des Arbeitgebers steigern in vielen Tarifverträgen die Attraktivität des Vorsorgemodells.

Besondere Vorteile bieten Altersvorsorge-Produkte von Anbietern, die von Anfang an ein hohes Vertragsguthaben aufweisen und eine lebenslange Rente in Euro und Cent als Mindestrente garantieren. Wichtig für den Arbeitnehmer ist ebenfalls ein hohes Maß an Flexibilität bei der Beitragszahlung (Erhöhung, Reduzierung bzw. Beitragsfreistellung) ohne dass beim Anbieter zusätzlich Verwaltungskosten berechnet werden.

Der erste Schritt ist für den Arbeitnehmer in jedem Fall eine individuelle Analyse der Versorgung im Alter und des Betrages, der monatlich oder als Einmalbetrag angespart werden kann. Besonders hilfreich sind Vorsorgerechner (www.sh-rente.de) mit denen die individuelle Versorgungslücke eingeschätzt werden kann.

Der Faktor „Zeit“ spielt bei der Altersversorgung eine wegen des Zinseszinseffektes wichtige Rolle. Auch mit „kleinen“ Beiträgen kann eine auskömmliche Zusatzrente angespart werden, wenn man im Berufsleben frühzeitig mit der Vorsorge beginnt.

Wichtige Informationsquellen für interessierte Angestellte sind die zuständigen Personalabteilungen und Pensionskassen, bei denen unverbindlich Angebote zur Entgeltumwandlung angefordert werden können.

Fazit: Nutzen auch Sie die Vorteile der Entgeltumwandlung. „Auch ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt“ (Laotse). Starten Sie jetzt.

Cornelia Degner, Referentin Öffentlichkeitsarbeit,
Information, Beratung der
SELBSTHILFE, Pensionskasse der Caritas