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26.06.2018

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe: Deutscher Pflegerat sieht Abwertung der Altenpflege und macht Druck für rasche Verabschiedung

Altenpflegeberuf wird degradiert – Keine zukunftsfähige Lösung

Berlin (26. Juni 2018, Nr. 25/2018)

Altenpflegeberuf wird degradiert – Keine zukunftsfähige Lösung

Am gestrigen Montag (25. Juni 2018) fand im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags die Anhörung zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe statt. Hierzu erklärt Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR):

„Der Verordnungsentwurf senkt den eigenständigen Altenpflegeabschluss im dritten Ausbildungsjahr auf ein Kompetenzniveau ab, das nicht mehr dem eines Heilberufes entspricht. Das Niveau der künftigen Altenpflegeausbildung läge damit teilweise unter dem der heutigen Altenpflegeausbildung. Der Altenpflegeberuf wird dadurch fast zu einem Assistenzberuf degradiert.

Die Ziele des Pflegeberufegesetzes mit einem entsprechenden dringend erforderli-

chen Qualifikationsniveau werden somit nicht erreicht. Soll die Versorgung alter und pflegebedürftiger sowie häufig chronisch kranker Menschen weniger anspruchsvoll sein, als die kranker Menschen im Krankenhaus?

Der Verordnungsentwurf schneidet in seiner jetzigen Fassung die Altenpflegerinnen

und Altenpfleger von der Weiterentwicklung des Berufes entlang der sich wandeln-

den Versorgungsbedarfe ab. Dies wäre genau das Gegenteil dessen, was die Befür-

worter einer eigenständigen Altenpflegeausbildung erreichen wollen. Damit führt die Reform der Pflegeausbildung durch das Pflegeberufegesetz für die Altenpflege nicht zu einer gewünschten Attraktivitätssteigerung des Berufs, sondern zu dessen Abwertung. Eine qualitätsorientierte Patientensicherheit ist dadurch nicht gegeben.

Nach der jetzt erfolgten Anhörung, in der von vielen Sachverständigen das Absenken des Kompetenzniveaus für den eigenständigen Abschluss Altenpflege kritisiert wurde, beraten die Berichterstatterinnen und Berichterstatter der Regierungsfraktionen über den Entwurf der Verordnung und bereiten die Verabschiedung im Deutschen Bundestag vor. Ende September 2018 könnte dann der Beschluss im Bundesrat folgen.

Es ist für alle, die die neue Pflegeausbildung gestalten müssen, dringend erforderlich, dass die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung rasch verabschiedet wird. Auch die Finanzierungsverordnung liegt inzwischen im Referentenentwurf vor. Sie sollte unbedingt gleichfalls im September im Bundesrat verabschiedet werden.“

 

Ansprechpartner:

Franz Wagner

Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)

Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen

Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303

Telefax: (0 30) 398 77 304

E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de

Internet: www.deutscher-pflegerat.de

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