Katholischer Pflegeverband e.V.


Wir stärken Ihnen den Rücken

Katholischer Pflegeverband e.V.

Adolf-Schmetzer-Str. 2-4

93055 Regensburg

Germany

Telefon: 0941 6048 77-0

Telefax: 0941 6048 77-9

E-Mail: info@kathpflegeverband.de

Werden Sie Mitglied!

zum Anmeldeformular …
www.kap-regensburg.de
Fachschule für Altenpflege Donaueschingen

10.08.2019

Pflegepersonen entwickeln sich weiter – durch Bildung am „Tag der Pflege“

Der Katholische Pflegeverband e.V. – Landesgruppe Baden-Württemberg hat es zum 7. Mal geschafft, für alle beruflich Pflegenden und deren Auszubildende mit einem facettenreichen Tagungsprogramm nach Freiburg einzuladen. Sowohl über den „markanten“ Flyer, e-mailings und Mundpropaganda mit persönlichen Kontakten in den Einrichtungen haben sich ca. 100 Teilnehmer an den Inhalten interessiert. Traditionell begrüßte der 1.
Landesvorsitzende Ernst Olbricht und informierte über die aktuelle Pflege-Politik in Baden-Württemberg. Daraus war klar zu hören, auf welchen politischen Ebenen der Vorsitzende unterwegs ist (Landespflegerat, Planungs-sitzungen zur Pflegekammer, regelmäßige Kontakte zum Sozialministerium etc.) Wiederholt forderte er die Teilnehmer auf, noch mehr
kritisch und politisch unterwegs zu sein.  
Als 2. Vortrag wagte sich Frank Halley vom Beratungszentrum für Hygiene, Freiburg an die „Relevanz der Basishygiene im Kontext multiresistenter Erreger“. Mit der Frage: „Wo platzieren Sie in Ihrer Einrichtung die Hände-Desinfektion“ holte er einige Teilnehmer aus der Routine-Reserve, die glauben, an der Klinik- oder Bewohnerzimmertür ist es vorgeschrieben. Im Rahmen eines konstruktiven Dialogs gelang es ihm, die wichtigsten
Schritte der Basishygiene zu erläutern und unnötige Maßnahmen und Ängste zu reduzieren.
Mit der Vortragsthema: “Wohin entwickelt sich die Pflegeausbildung?“ stellte Dipl. Pädagogin Claudia Reiff, Schulleitung IfSB, Ravensburg einige Fakten zur Ausbildungsreform dar, musste aber auf Grund noch vieler gesetzlicher Ungereimtheiten auch Fragen offen lassen. Vor allem die zahlreichen Wahlmöglichkeiten bis 2024/2025 bescherten den anwesenden Verantwortlichen der Pflegeschulen und Auszubildenden einiges
Kopfzerbrechen.
Marita Schmidt, Pflegeexpertin und APN, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart, versuchte über die Frage, welche Qualifikation des Pflegepersonals braucht es zu welchem Bedarf.
Dabei nutzte sie aktuelle Daten vom sog. „CARE-Klima-Index“, der eindeutig die zukünftigen Herausforderungen an beruflich Pflegende, Betroffene und deren Angehörige, aber auch an die unterschiedlichsten Einrichtungsträger und deren Strukturen herausstellt.
Mit Spannung erwarteten die Teilnehmer den Vortrag „Interkulturelle Kompetenz im medizinischen und pflegerischen Bereich“ – mit der Frage nach einer gelingenden Integration. Fr. Dr. Spohn von der Hochschule Kempten/Würzburg ließ die TeilnehmerInnen durch Platzierung im Vortragsraum vergewissern, wer denn selber Migrant ist, wie sich die
Zuordnung in den einzelnen Bundesländer unterscheidet  und das mittlerweile ohne die Fachkräfte aus dem Ausland viele Einrichtungen dem Versorgungsbedarf nicht mehr entsprechen könnten. Durch zahlreiche Beispiele gelang es ihr, auf interkulturelle und / oder
interreligiöse Missverständnisse in den Einrichtungen aufmerksam zu machen.
Für den letzten Vortrag hatte die Vorbereitungsgruppe um die 2. Landesvorsitzende Sonja Fuss Herr Prof. Kunze von der Hochschule Furtwangen / Institut Mensch, Technik und Teilhabe zum Thema“ Entwicklung und Stand der Digitalisierung in der Pflege“ engagiert.
Zum Einstieg stellte er den Kontext der „digitalen Transformation“ dar, d.h. wie weit hat die Digitalisierung das Verhalten von Individuen, Institutionen und Gesellschaft verändert.
Darauf aufbauend schilderte er schon vorhandene Anwendungsfelder in der Pflege (Tremor-Löffel, Sensormatten zur Dekubitusprophylaxe und Delirprävention) aber auch klare Grenzen, die auch durch den Pflegeroboter nicht gelöst werden können. Ein großes Anwendungsfeld hat sich in der Unterstützung „zur Teilhabe und Selbständigkeit der Pflegebedürftigen“ und „Interaktive Medien in der Betreuung von Menschen mit Demenz“
entwickelt. Sein abschließendes Fazit: Technik pflegt nicht, Digitalisierung verändert Rollen und Qualifikationsanforderungen in der Pflege und Digitalisierung ist gestaltbar, d.h. Pflege- und Sozialberufe müssen sich aktiv mit der Digitalisierung auseinandersetzen.
Zum Abschluss des Pflegefachtages bedankte sich Frau Fuss bei den Teilnehmern für die offene und kritische Auseinandersetzung, bei den Referenten, die mit Ständen unterstützenden Firmen und dem Deutschen Caritas-Verbands-Team für Catering und Räumlichkeiten.
Wolfgang Schanz