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01.06.2017

Ausbildungsreform jetzt auf den Weg bringen

Berlin, 31. Mai 2017

Berlin: Der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe (DBR) begrüßt die Initiative der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD, das Pflegeberufsgesetz doch noch auf den Weg zu bringen. Die Reform ist überfällig und wurde viel zu lange zerredet. Mit den Kompromissvorschlägen können die Befürworter einer grundlegenden Reform allerdings nicht wirklich glücklich sein. Aber es gibt in dieser Legislaturperiode kaum eine Wahl mehr: Es gilt jetzt sicherzustellen, dass einige Meilensteine gesetzt werden. Zu diesen Meilensteinen gehören:

 

  • die Regelung der hochschulischen Ausbildung als Zugang zum Beruf.
  • die Einführung von vorbehaltenen Tätigkeiten,
  • die klar formulierte selbständigen Kompetenzprofile und
  • die Erweiterung des Kompetenzprofils um heilkundliche Aufgaben

 

Zentrales Element bei allem ist unverändert die Schaffung einer generalistischen Ausbildung.

 

Zusammengenommen rechtfertigen diese Aspekte das Gesetzesvorhaben, auch wenn Ungereimtheiten und Fehler bleiben. Dies ist bei einem in letzter Sekunde gefundenen Kompromiss leider häufig. Gesetzliche Nachbesserungen werden daher unvermeidbar sein.

 

Die Politik war an dieser Stelle mutlos. Sie folgte bevorzugt dem Rat einseitig und arbeitsmarktorientierter Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie pädiatrischer Verbände und lobbykratischen Mitgliedern des Deutschen Bundestages. Deren Beiträge hatten im Regelfall nichts mit Bildungsqualität zu tun. Die Bildungsexpertise der Pflegeberufsorganisationen wurde gehört, aber am Ende vor allem bei der beruflichen Ausbildung nicht berücksichtigt. Die Rückführung von Bildungsstandards wird offenbar billigend in Kauf genommen.

 

Also wird die Pflege voraussichtlich das tun, was sie im Laufe der Jahrzehnte des „Nichtgehörtwerdens“ gelernt hat: pragmatische Lösungen in komplexen Situationen finden, die Andere für sie eingebrockt haben. Es ist zu hoffen, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Wunsch nach einer modernen und breit gefächerten Ausbildung zum Ausdruck bringen: Durch Abstimmung mit den Füßen pro generalistischem  Abschluss und automatischer Anerkennung innerhalb der EU. Immerhin: Der kreative Wildwuchs bei den hochschulischen Ausbildungen wird durch das Gesetz in eine längst überfällige einheitliche Struktur überführt.

 

Wir brauchen jetzt unbedingt ein Pflegeberufegesetz - und Planungssicherheit für alle Beteiligten. Es wird ein Gesetz in Etappen sein müssen. Es wäre für die berufliche Qualifikation in der Pflege fatal, wenn dieses Gesetzgebungsverfahren jetzt scheitern würde, denn es ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, dass sich eine Regierung und ein Parlament wieder an diese Herkulesaufgabe für die Profession heranwagen. 

Berlin, 31. Mai 2017

 

gez. Gertrud Stöcker

Vorsitzende